Gesamtplanung einer Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) der Münchner Stadtentwässerung

  • Kunde:

    Münchener Stadtentwässerung
  • Fertigstellung:

    2025
  • Standort:

    Klärwerk Gut Großlappen, München
  • Auftrag:

    Neubau

Beschreibung

Die Landeshauptstadt München betreibt als Münchner Stadtentwässerung (MSE) seit 1997 eine Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) am Standort Klärwerk Gut Großlappen. Dort wird der ausgefaulte Schlamm entwässert, getrocknet und in einer Wirbelschicht verbrannt. Seitens MSE wurden verschiedene Überlegungen angestellt, die Klärschlammentsorgung für beide Münchner Klärwerke zukunftssicher weiterzuentwickeln. Neben einer Verknappung externer Entsorgungskapazitäten zeichnet sich ein zunehmender Instandhaltungsbedarf in der bestehenden KVA ab, und die Mitverbrennung von Klärschlamm im Münchner MüllHeizkraftwerk Nord soll zukünftig entfallen.

Aus diesen Gründen plant MSE die Neubau-KVA auf einem freien Baufeld am Standort. Die Bestandsanlage soll damit abgelöst werden. Im Rahmen der Vorplanung wurden Varianten mit unterschiedlicher Linienanzahl und -dimensionierung untersucht und schließlich ein Konzept ausgewählt. Ein wesentliches Auswahlkriterium war dabei die Entsorgungssicherheit. Das Konzept ist redundant und umfasst drei Entwässerungs- und zwei Trocknungslinien vor zwei Verbrennungslinien sowie übergeordnet einen Zwischenbunker für entwässerten Schlamm und einen Wasser-Dampf-Kreis mit Stromerzeugung.

Derzeit (Ende 2019) wird die Entwurfsplanung für die Neubau-KVA abgeschlossen, sie wird voraussichtlich 2020 ausgeschrieben und soll 2025 in Betrieb gehen.

Leistungen

Die Leistungen werden in Planungsgemeinschaft mit PFI Planungsgemeinschaft GbR (Hannover) und Engineering für Umwelttechnik GmbH (Horb) erbracht. Die hanse.ing-Mitglieder Fiedler Beck Ingenieure AG und Tiede- & Niemann Ingenieurgesellschaft mbH sind beteiligt, ebenso wie weitere Unterauftragnehmer sowie die zu koordinierenden Gutachter.

Zum Leistungsumfang seitens W + G gehören:

  • Grundlagenermittlung
  • Vorplanung mit umfangreichem Konzeptvergleich einschl. Wirtschaftlichkeit
  • Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit hohem Detaillierungsgrad
  • Ausschreibung, voraussichtlich an einen GU
  • Folgephasen gemäß HOAI

Technische Daten

  • Gesamt-Klärschlammkapazität:
    35.000 bis 40.000 MgTR/a
  • Zentrifugen
    (eins von sechs installierten Aggregaten):
    70 m³/h
  • Scheibentrockner
    (einer von vier):
    2,36 MgTR/h
  • Ofen
    (Wirbelschicht, eine von zweien):
    4,75 MgTR/h
  • Dampfstrom
    (einer von zwei Kesseln):
    13,3 Mg/h
  • Frischdampfdruck / -temperatur:
    65 / 450 bar(a) / °C
  • Abgasstrom
    (eine von zwei AGR):
    31.600 Nm³/h
  • Stromerzeugung i.M. netto:
    900 kWel